Kay Wisian, 34, Verzahnerei – verschenkt ein Räuchermännchen, das aus dem Erzgebirge kommt, wie eben Uhren von NOMOS Glashütte.


»Alle Uhren, genauer: ihre Werke, brauchen anständige Zähne – und ich bin so etwas wie der Zahntechniker hier. Ohne Zahnräder funktioniert ja keine Uhr – von batteriebetriebenen Uhren will ich nicht sprechen, denn Batterien kommen hier bei uns in Glashütte natürlich nicht in Frage. Ich betreue jene Maschinen, mit denen die Konturen in die kleinen, runden Plättchen gefräst werden. Bei den Zahnrädern unserer Uhrwerke kommt es tatsächlich aufs My an, auf ein tausendstel Millimeter. Da tut’s mir gut, mich in meiner Freizeit Holz zu widmen. Das organische Material darf auch mal grob behandelt werden. Wenn ich meine Räuchermännchen und Schwibbögen schnitze, ist ein bisschen weniger Genauigkeit vonnöten. Und glauben Sie nicht, ich mache nur die üblichen Erzgebirgsschnitzereien wie weißhaarige Zauselbartträger! Meine Männchen dürfen jünger sein und etwa das Trikot meines Fußballvereins tragen. Ich finde: Traditionelles Handwerk kann auch moderne Wege gehen.

Das Räuchermännchen, das ich heute verschenke, ist zwar nicht von mir geschnitzt, aber auch ein moderner Kerl. Er trägt Gelb. Er verkauft Uhren. Und er hat sogar eine Digitaluhr in seinem Bauchladen. Beim Duft des Rauches bestehe ich zuhause aber auf Altbewährtes: Statt Vanille empfehle ich Fichte.«




»Für Ihre Raucherecke.«

Zu spät – trotz guter Uhr? Nicht traurig sein. Handwerk, Hightech und sogar ein paar Patente gibt es hier.